1. Allgemeine Maßnahmen zur Förderung des Fahrradverkehrs

Laut Lärmaktionsplan ist der motorisierte Verkehr die bedeutendste Lärmquelle in der Gemeinde Zeuthen. Dieser ist gleichzeitig auch die Hauptgefahrenquelle im öffentlichen Raum, insbesondere für Kinder. Die Erhöhung des Anteils von Wegen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, kann einen wichtigen Beitrag dafür leisten, den Lärm im Ort zu reduzieren, die Sicherheit zu erhöhen und allgemein das Wohnklima im Ort zu verbessern.
Erfahrungen in anderen Regionen, insbesondere in den Niederlanden und Dänemark, haben gezeigt, dass ein hoher Fahrradanteil am Gesamtverkehr dann erreicht werden kann, wenn das Fahrrad eine echte Alternative zum Auto darstellt. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn das gewünschte Ziel mit dem Fahrrad schneller erreicht werden kann als mit dem Auto. Ein solcher Zeitvorteil könnte mit einer Fußgänger- und Fahrradbrücke über die den Ort teilende Bahntrasse geschaffen werden. Der Bau einer solchen Brücke hätte eine enorme Symbolwirkung und würde einen bedeutsamen Impuls für die Förderung des Fahrradverkehrs bewirken.
Fazit:  Eine Fußgänger- und Fahrradbrücke über die Bahngleise hätte eine enorme Symbolwirkung und würde einen bedeutsamen Impuls für die Förderung des Fahrradverkehrs bewirken. Für die Realisierung sind Fördermittel erforderlich.

2. Defizite und fehlende Verbindungen für Fahrradfahrer zu wichtigen Zielen im Umfeld der Gemeinde Zeuthen

Grundschule am Wald und Humboldt-Gymnasium in Eichwalde

Gehwege mit „Fahrrad frei“ sind weitgehend vorhanden. Allerdings sind durch die Bahnstrecke Berlin-Cottbus, welche die Gemeinde Zeuthen entlang der Nord-Südachse teilt, weite Umwege und Wartezeiten an den Schranken nötig. Es fehlt eine Brücke oder ein Tunnel für Fußgänger und Fahrradfahrer. Für die Realisierung sind, zum Beispiel im Rahmen der Schulwegsicherung, Fördermittel erforderlich.


Gesundheitszentrum und Wildorado in Wildau 

Zu diesen wichtigen Zielorten gibt es keine direkte Radanbindung. Es sind große Umwege notwendig. Eine Radverbindung nach Wildau über die Große Zeuthener Allee könnte Abhilfe schaffen.


A10-Center Wildau

Es ist nur ein einseitiger Weg mit „Fahrrad frei“ auf der östlichen Seite der Miersdorfer Straße in Wildau vorhanden. Es fehlt ein Radweg auf der anderen, westlichen Fahrbahnseite. An der Kreuzung Miersdorfer Straße Ecke Dorfaue ist der Kreisverkehr für Fahrradfahrer sehr gefährlich. Es kam schon zu mehreren Unfällen zwischen Fahrradfahrern und den Kreisverkehr verlassenden Autos. Hier muss ein separater Fahrradweg geschaffen werden. Im weiteren Verlauf fehlen Radwege in Wildau an der Dorfaue und auf der Chausseestraße. Die Defizite haben eine sehr negative Wirkung in Bezug auf die Sicherheit und Attraktivität des Radfahrens. Durch das Abstellen der Defizite wäre ein wesentlich größerer Teil der Verkehrs von Zeuthen zum A10-Center mit dem Fahrrad möglich.


Königs Wusterhausen – Gymnasien, Krankenhaus, Kreisverwaltung 

In Zeuthen entlang der Landesstraße L401 gibt es keinen eigenen Radweg. Es gibt lediglich Fußwege mit einer Markierung „Fahrrad frei“, die jedoch auf Teilstrecken nur einseitig vorhanden sind. Fahrradstreifen als Markierung auf der Straße (Schutz- oder Angebotsstreifen, siehe § 45 StVO), mindestens in den Bereichen ohne Möglichkeit auf einen freigegebenen Fußweg Rad zu fahren, werden dringend benötigt.


Im Ortszentrum von Wildau sind die Wege für Radfahrer sehr schmal. Es kommt häufig zu Konflikten mit Fußgängern. Ab dem Ortsausgang Wildau Richtung KW im weiteren Verlauf der L401 fehlen Fahrradwege gänzlich. Auf dem Gebiet der Stadt Königs Wusterhausen haben die Radwege zum Teil schlechte Qualität. Auf Grund dieser Defizite fahren bisher nur wenige Schüler mit dem Rad zu den Gymnasien bzw. Bürger zum Krankenhaus oder zu den Behörden.
Schönefeld – Gewerbegebiet und Flughafen BER Eine Anbindung für Fahrradfahrer nach Schönefeld, insbesondere für die dort Beschäftigten, wird dringend benötigt. Eine solche wäre über den Schönefelder Ortsteil Kiekebusch und im Zusammenhang mit einem Fahrradschnellweg möglich. Es fehlt aber sehr dringend der Radweg entlang der L402.


Gewerbepark Schönefeld-Kiekebusch (Amazon), Dahlewitz (Rolls Royce) und Rangsdorf

Zahlreiche Zeuthener Bürger arbeiten in den Gewerbegebieten rund SchönefeldKiekebusch, Dahlewitz und Rangsdorf. Auf dieser Strecke gibt es keinen ÖPNV. Das Fahrrad wäre, insbesondere für junge Menschen in der Ausbildung eine echte Alternative im Alltag. Um dorthin ohne Gefahr mit dem Fahrrad zu fahren, fehlt jedoch der Radweg entlang der L402. Der tödlicher Unfall eines Radfahrers auf dieser Strecke macht die Bedeutung dieses Mangels deutlich. Im diesem Zusammenhang ist es sehr unverständlich, dass dieser Radweg auf der Bedarfsliste des Landes Brandenburg so weit hinten aufgeführt wird.


Wissenschaftszentrum Berlin – Adlershof 

Der Industrie- und Forschungsstandort liegt im Einzugsbereich für Fahrradfahrer der Gemeinde Zeuthen. Im Zusammenhang mit den geplanten Fahrradschnellwegen in Berlin soll der Landkreis LDS die Fortführung nach Brandenburg (zum BER und nach Eichwalde) in das Radverkehrskonzept LDS aufnehmen. Dann könnte Zukünftig auch das WiStaGelände mit dem Fahrrad erreicht werden.

 

Zeuthen braucht eine neue Grundschule!!! Die Diskussionen für eine neue Grundschule sind bereits viele Monate alt, mit gegenwärtig 620 Schülern ist die eigentlich dreizügig geplante Grundschule am Wald völlig überlastet. Der Erweiterungsbau für die Grundschule am Wald, ebenso im Haushalt 2020 eingestellt, wird dazu dienen, dass die Mittagsversorgung der Grundschüler und Lehrkräfte wieder in Räumlichkeiten der Schule stattfinden kann. Auch wenn die SPD eine sehr behutsame Bevölkerungsentwicklung in Zeuthen für städtebaulich ratsam hält, ist dennoch mit einem Wachstum zu rechnen. Gleichzeitig erinnert die derzeitige Krise auch daran, dass für Schulklassen bis zu 30 Schülerinnen und Schülern zu wenig Räume zur Verfügung stehen. Natürlich wird eine neue Grundschule nicht nur für Zeuthener Familien eine Verbesserung sein, das Einzugsgebiet sollte vielmehr die Nachbargemeinden umfassen. Umso wichtiger wird es sein, entsprechende Vereinbarungen mit allen Nachbargemeinden zu finden. Trotz allem ist Zeuthen finanziell robust genug aufgestellt, um das Projekt Neue Grundschule zügig zu verfolgen und umzusetzen.

 

Nun kommt es darauf an, die nötigen Entscheidungen zu treffen. Am wichtigsten ist dabei nicht der Standort, sondern die Finanzierung. Hier müssen die notwendigen Gespräche insbesondere mit Eichwalde geführt werden, um zu einem nachhaltigen Finanzierungskonzept zu kommen. Bisher vorgestellte Ansätze sind nicht akzeptabel. Demnach müsste die Gemeinde Zeuthen die Finanzierung des Neubaus fast vollständig übernehmen. Der Kostenausgleich für die Kinder anderer Gemeinden wie Eichwalde deckt bisher fast nur den Anteil an den Betriebskosten. Für diese Frage muss eine faire Lösung gefunden werden. Eine Kreditaufnahme wird trotzdem nötig sein. Ebenso sollten alternative Finanzierungen durch die Beteiligung eines freien Trägers geprüft werden.

 

Auch beim Standort drängt die SPD-Fraktion auf eine schnelle und vor allem objektive Entscheidung, hier sollen die Einwohner und insbesondere Familien mit Kindern an der Entscheidung beteiligt werden. Um die Standortdebatte nicht nur auf ost- bzw. westseits der Bahnstrecke zu reduzieren, hat die SPD-Fraktion bereits initiiert, Querungsmöglichkeiten für Fußgänger und Radfahrer zwischen den bestehenden Bahnübergängen zu schaffen, unabhängig vom neuen Grundschulstandort. Die Schülerinnen und Schüler der neuen Grundschule sollen die Möglichkeit haben, ihre Schule ohne ein Überqueren der Gleise zu erreichen. Hinsichtlich der Lage und Straßenanbindung ist der Standort Schillerstraße unmittelbar am Ortsausgang nach Eichwalde am besten geeignet. Dort wäre jedoch auch der gravierendste Eingriff in die Natur zu verzeichnen. Ein wesentlich geringerer Eingriff wäre mit den Standorten am Zeuthener Winkel verbunden. Hier fehlt es jedoch noch sehr an einer leistungsfähigen Straßenanbindung.

 

Unter Berücksichtigung der Finanzierung und des Bedarfes in der Region ist für uns ebenso die Beteiligung eines freien Trägers bei der neuen Grundschule denkbar. Auch hier muss ein entsprechendes Interesse zügig diskutiert werden. Hier ergeben sich einerseits Risiken, inwieweit die Gemeinde den gesetzlichen Schulbedarf erfüllen kann (das muss im Hinblick auf den potentiellen Träger geklärt werden), aber auch klare Vorteile im Sinne einer Vielfalt an Schulangeboten für Familien in der Region.

 

Liebe Zeuthenerinnen und Zeuthener, liebe Familien, wir freuen uns auf Ihre Anregungen, Meinungen und Vorschläge!

 

Heiko Witte, Jörgen Hassler, Jens Burgschweiger

SPD Fraktion…